Biographie von Dr. Barbara Maiburg

1952 im Oberbergischen geboren, lebt Ingo Wegerl seit 1965 in Mönchengladbach.
Bereits 1978 gelingt Ingo Wegerl der Sprung in die berufliche Unabhängigkeit; als freischaffender Künstler bestreitet er seine erste große Einzelausstellung in Mönchengladbach. Nebenher gestaltet er seit 1979 gelegentlich medizinisch wissenschaftliche Illustrationen für viele verschiedene Publikationen (u.a. ‚Sobotta-Becher - Atlas der Anatomie des Menschen'). Sein handwerkliches Können ermöglicht es ihm hier, mit zeichnerischem Raffinement, gleich dem Führen eines Skalpells, die spezifisch anatomischen Strukturen des Menschen aufzuschlüsseln und plastisch zu erfassen.

Ingo Wegerl gelingt es, seine Fähigkeit tiefgründiger Reflexion in künstlerisch stilistischer Vielschichtigkeit zu gestalten. Ihm gelingt es, die Facetten des menschlichen Seins aufzuspüren und sichtbar zu machen. Gleich, ob menschliche Tristesse oder visuelle Sinnesfreude zur Darstellung gelangt: es ist das Empfindsame seiner Arbeiten, das uns zu berühren weiß.

Es ist die "Lust am Malen", die Ingo Wegerl immer wieder aufs Neue fesselt und inspiriert, die Freude an der kreativ künstlerischen Translation unzähliger Ideen und Gedankenreisen, die Faszination an der motivischen Vielfalt kompositioneller Gestaltungsmöglichkeiten. Daß Ingo Wegerl sich dabei bewusst der gegenständlichen, bevorzugt der figurativen Darstellungsweise zuwendet, kennzeichnet den für ihn einzig erdenklichen Weg, die Komplexität des irdischen Seins sowie insbesondere die Tiefgründigkeit der menschlichen Natur illustrativ zu erfassen.

Entgegen kurzlebiger, modernistischer Tendenzen bleibt Ingo Wegerl seiner stilistischen Charakteristik treu. Basierend auf dem Talent zeichnerischer Raffinesse gelingt es ihm, ein weites Spektrum motivischer Vorlagen kunstvoll zu variieren. Es sind Themen, die ihn persönlich berühren, Dinge, die ihn in ihrer vermeintlichen Schlichtheit herauszufordern scheinen, wobei er seine Malerei stets als Reaktion auf seine Umgebung, auch auf seine Tagträume, versteht. - Ein Sichtbarmachen des vermeintlich Offensichtlichen vermag ihn dabei ebenso zu motivieren wie ein Sichtbarmachen des vermeintlich Verborgenen.

Die Dinge aus ihrem gewohnten Zusammenhang zu nehmen, sie neu zu interpretieren und sie somit einer gänzlich anderen Bedeutungsebene zuzuordnen, macht für Ingo Wegerl einen unerschöpflich inspirativen Reiz aus. Das motivische Repertoire ist entsprechend unbegrenzt, es reicht von profanen Impressionen bis hin zu szenischen Darstellungen, es beinhaltet Landschaften und Porträts ebenso wie religiöse und mythologische Themen. - Seine Anregungen gewinnt er aus dem Leben, von Mensch und Natur, sie stammen aus der Bildenden Kunst, aus der Musik und Literatur ebenso wie aus dem unmittelbaren Umfeld; was folgt, ist eine individuelle, künstlerische Auseinandersetzung und Umgestaltung, eine bildnerische Verfremdung, die sich aus der subjektiven Sehweise Ingo Wegerls heraus entwickelt.

Stets geht mit der motivischen Abwandlung eine stilistische Verfremdung einher. Die konzeptionelle, stilistisch technische Vorgehensweise passt sich allzeit dem gewählten Bildmotiv an und wird einzig von der persönlichen Interpretationsform Wegerls geleitet. Schon charakteristisch sind zahlreiche seiner Werke in kompositioneller Reihung, Segmentierung oder auch Überschneidung zerlegt, worin sich für Wegerl immer wieder eine zeitgenössische Zäsur zu manifestieren vermag, eine Zäsur, die in eine andere, erweiterte Interpretations- und Bewußtseinsebene führt.

"Kunst soll keine Antworten geben, sondern Fragen stellen" - mit dieser Prämisse ermöglicht Ingo Wegerl dem Betrachter, neue Wege zu beschreiten, sich für die eigene Gedankenreise zu öffnen, um schließlich in sich selbst nach den Antworten zu suchen.

Galleries and Art Fairs:

Galerie Oberstadt, Mönchengladbach, Germany
Galerie Olaf Zimmermann, Cologne, Germany
Galerie Sacchetti, Ascona, Switzerland
Galerie an der Düssel, Düsseldorf, Germany
Galerie Morantin - Nouvion, Paris, France
Galerie Migame, Paris, France
Galerie Kaiserswerther Markt, Düsseldorf, Germany
Kunstraum Stinnes, Essen, Germany
Academie de Peinture de Nice, France
Galerie Art-Isotope, Dortmund, Germany
Altes Museum Mönchengladbach, Germany
Salon du Autum, Paris, France
Grand Palais, Paris, France
Asmat Art Galerie, Mönchengladbach, Germany
Fachhochschule Niederrhein, Krefeld, Germany
Münsterbasilika St Vitus, Mönchengladbach, Germany
Galerie Nectar, San Francisco , USA
Galerie Peju, Rutherford, California, USA
Deutsches Sportmuseum, Cologne, Germany
Weber State University, Ogden, USA
Museum Schloss Rheydt, Mönchengladbach, Germany
Kunstbunker Nordpark, Mönchengladbach, Germany
Medicallounge, Umspannwerk Kreuzberg, Berlin, Germany

Arbeiten im öffentlichen Raum:

Münster Abtei Mönchengladbach,
Albertuskirche Mönchengladbach,
Stadtsparkasse Mönchengladbach,
Rathaus Mönchengladbach,
Kirche "Madonna della Pieta" in Bibbona Italien,
Europaplatz Mönchengladbach.
Fachhochschule Niederrhein, Krefeld
Hugo Boss Industries, Switzerland

Bibliographie

Rolf Bier, Ingo Wegerl - Malerei, Galerie Oberstadt, Mönchengladbach, 1978. / Dr. Werner Schulze-Reimpel, Phantastischer Realismus, Galerie an der Düssel, Düsseldorf 1979. / Dr. Werner Schulze-Reimpel, Ingo Wegerl und der phantastische Realismus, Artis Kunstmagazien, Basel 1980. / Renate Freyeisen, Unbekleidet mit Masken - Bilder von Ingo Wegerl, Galerie Villinger, Würzburg 1981. / Dr. Sabine Felemann / Petra Jeschonek, Ingo Wegerl - Neue Bilder und Bildobjekte, Mönchengladbach 1982. / Prof. Dr. med. Michael Hertl, Kinder- Malerei von Ingo Wegerl, ISBN 3-926141-18-2, Edition Galerie Franken - Zimmermann, Köln 1988. / Edition Galerie Franken - Zimmermann, Querschnitt No.3, Ingo Wegerl - Bilder und Bildobjekte, ISSN 0936-3688, Köln 1989. / Martin Hildebrand, Ingo Wegerl - Malerei, Edition Galleria Sacchetti, Ascona - Schweiz 1996. / Dr. Barbara Maiburg, Gemeinschaftsarbeiten - Margot von Contzen und Ingo Wegerl - 1995 bis 1997, Mönchengladbach 1997. / Dr. Barbara Maiburg, Ein Italienischer Werkskomplex von Ingo Wegerl, Mönchengladbach 1997. / C/O Mönchengladbach, Kulturamt der Stadt Mönchengladbach 1999. / Hommage á Michelangelo, Filmbeitrag WDR Köln 1999. / Mönchengladbacher Köpfe am Zentralen Omnibusbahnhof in Mönchengladbach, Eine Bildinstallation von Ingo Wegerl, NVV AG Mönchengladbach 2000. Gesichter einer anderen Welt Ingo Wegerl, Holtum 2001

Prof. Dr. med. Kober, Koronare Herzkrankheit, Goehte Universität Frankfurt a. M. Frankfurt 1980. / Dr. Dr. Hans Ulrich Sons, Koronare Herzkrankheit - Darstellungen zur dreidimensionalen Betrachtung, Universität Düsseldorf, 1983. / Prof. Dr. med. Jochen Staubesand, Mikrocirkulation in den Beinen, Universität Freiburg, 1982. / Prof. Dr. med. Helmut Ferner und Prof. Dr. med. Jochen Staubesand, SOBOTA Atlas der Anatomie des Menschen, 18 Auflage, ISBN 3-541-02828-9, Urban & Schwarzenberg, München - Wien, 1982. / Carmine D. Clemente Ph. D. , University of California at Los Angeles School of Medicine, Anatomy A Regional Atlas of the Human Body, III Edition, ISBN 0-8067-0322-9, Urban & Schwarzenberg, Baltimore 1982. / Prof. Dr. med. Helmut Ferner, Pernkopf - Atlas der topographischen und angewandten Anatomie des Menschen, ISBN 3-541-02122-5, Urban & Schwarzenberg, Wien 1982. / Dr. Cerzavie, Zähne fürs Leben, Quintizensverlag, Berlin 1984 / Dr. Dr. Hans Ulrich Sons, Ingo Wegerl, Das Herz und seine Erkrankungen, Universität Düsseldorf, 1985. Dr. med. Friedrich Kahle, Ingo Wegerl, Herz - Koronarsklerose und Infarkt, in dreidimensionaler Betrachtung, ISBN 3-980 1249-1-6, by Sport-Echo Verlags GmbH, Köln 1986. / Dr. med. Kahle, Ingo Wegerl, Erkrankungen der Verdauungsorgane, by Sport- Echo Verlag, Köln 1992. / Eberhard Jüttner, Ingo Wegerl, Alters und Organveränderungen, ISSN 0937-0277, Bibliomed Medizinische Verlagsgesellschaft, Melsungen 1994

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